Besuch in der Wilhelma am 03. Mai 2014

Die Teilnehmer der Backsageführung in der Wilhelma. Foto: JRK Nürtingen

Am Samstag, den 3. Mai 2014 trafen sich morgens um 9 Uhr 16 erkundungsfreudige JRKler in Nürtingen, um in die Wilhelma zu fahren. Die im Vorfeld gebuchte Führung startete pünktlich um 10.30 Uhr. Zu Beginn bekamen wir allgemeine Infos über die Wilhelma. Wir waren erstaunt, dass dort 307 Mitarbeiter angestellt sind. Darunter sind ca. 200 Tierpfleger und ca. 100 Gärtner und Verwaltungsangestellte wie zum Beispiel Kassierer oder Buchhalter, die sich um den Papierkram kümmern. Die Wilhelmagärtner kümmern sich nicht nur um die Pflanzen in der Wilhelma, sondern auch um die städtischen Parks wie zum Beispiel den Rosensteinpark direkt nebenan.

Außerdem werden jedes Jahr 3 neue Auszubildende zum Tierpfleger eingestellt. Es ist jedoch ziemlich schwierig eine der Stellen zu bekommen, da sich darauf ca. 600 Personen bewerben.

Im Betriebshof ist die Verwaltung angesiedelt, sowie eine Kantine und Umkleiden. Die Menschenaffen-Tierpfleger müssen unbedingt jeden Tag bevor sie nach Hause gehen duschen, damit keine Krankheitserreger aus der Wilhelma getragen werden.

Dann führte uns unser Weg in die Futterküche. Dort erfuhren wir, dass die Tiere nicht wie viele annehmen altes oder übriges Obst und Gemüse bekommen, sondern ein Futtermeister jeden Tag auf den Großmarkt fährt um dort ganz frische Ware zu den üblichen Preisen einzukaufen. Morgens um 5 Uhr kommen dann fleißige Helfer, die für jedes Revier (die einzelnen „Abteilungen“ wie zum Beispiel Raubtiere, Affen, Amazonienhaus) die Kisten mit Futter vorbereiten, welche dann um 6 Uhr von den Tierpflegern abgeholt und klein geschnippelt werden. Obst und Gemüse macht den Hauptanteil an Nahrungsmitteln aus. Für die Raubtiere gibt es noch zusätzlich Fleisch. Wir erfuhren, dass sie - wenn möglich - mit Pferdefleisch gefüttert werden, da dieses am gesündesten ist. Wenn der Futtermeister kein Pferdefleisch bekommt, gibt es Rind oder Ziege, aber Schwein kommt nie auf den Speiseplan, da dieses sehr ungesund ist.

Dann gibt es noch Tiere, die das ganze Jahr über frisches Laub essen müssen, da sie dieses für ihren Organismus benötigen. Aber woher bekommt man schon im Dezember frisches Laub? Da es das nicht zu kaufen gibt, müssen die Mitarbeiter es sich „besorgen“. Das heißt, zusätzlich zu den Bäumen in den Parks haben die Gärtner extra Bäume gepflanzt, die im August „abgeerntet“ werden. Hierbei müssen alle mithelfen, da es sehr lange dauert. Erst müssen die Äste abgeschnitten und dann die einzelnen Blätter in Gefrierbeutel abgepackt werden. Die Hauptabnehmer dieser Beutel sind die Okapis. Sie brauchen pro Tag und Tier einen Beutel à ca. 2,5 kg. Wenn man alle Kosten – also vor allem die Lohnkosten – einrechnet, kostet so ein Beutel etwa 26 Euro. Diese werden in der Futterküche eingefroren, direkt neben dem Fisch für die Seelöwen und Eisbären etc.

Riesenschabe. Foto: JRK Nürtingen

Danach führte uns unser Weg ins Aquarium. Als Besucher sieht man von den Aquarien nur die vordere Scheibe. Wir haben die Becken von hinten angeschaut und noch ganz viele zusätzliche, in denen Babyfische oder Pflanzen aufgezogen werden.

Zu guter Letzt haben wir noch dem Insektenhaus einen Besuch abgestattet. Unser Führer holte 2 Riesenschaben, Stabheuschrecken und Tausendfüßler heraus, die wir auch auf die Hand nehmen durften. Dabei haben wir versehentlich eine der Stabheuschrecken fast plattgedrückt. Wenn die aber auch aussieht wie ein Ast, braucht sie sich nicht wundern...

Es haben sich nur zwei von uns getraut, die Tiere auf die Hand zu nehmen. Alle anderen fanden sie einfach eklig. Die Azubis dürfen sich von solchen Tieren jedoch nicht abschrecken lassen. Sie müssen während ihrer Ausbildung alle Reviere durchlaufen.

Nach den eineinhalb Stunden Führung brauchten wir erst mal eine kleine Kakao-Verschnaufpause wegen dem eisigen Wetter. Danach haben wir die Wilhelma auf eigene Faust erkundet.

Stefanie Sterr

nach oben

Hier geht es zu den Bildern. Mehr...

Seite druckenSeite empfehlennach oben