24 Stunden Übung

Die Teilnehmer der 24 Übung. Foto: Sandra Kottler
Die Teilnehmer der 24 Übung.

Leitstelle Neuffener Tal von Rotkreuz 51-00 kommen…

Ein in Hilfsorganisationen gängiger Funkspruch. Aber, gesprochen in einer jugendlichen, manchmal sogar noch kindlichen Tonlage, was ganz Besonderes. Das und vieles mehr gab’s zum 5. Mal beim Projekt Berufsfeuerwehrtag Neuffener Tal.

Der Zusammenschluss aus den Jugendfeuerwehren Frickenhausen, Kohlberg, Neuffen und Beuren, begleitet und unterstützt durch das Jugendrotkreuz Linsenhofen, eröffnete am Samstag, den 5.10.2013 um 8.30 Uhr das Projekt der Superlative. Die beinahe 100 beteiligten Organisatoren, Betreuer und selbstverständlich auch die Jugendlichen im Alter zwischen 7 und 17 Jahren, organisierten und erlebten ca. 20 Einsätze und die gemeinsame große Hauptübung an der Festhalle in Beuren. Kurzum, es wurde für jede Menge Blaulichtkilometer, Spaß, Lust und Freude sich ehrenamtlich für die Allgemeinheit einzusetzen gesorgt. Der Notruf 112 setzt eine Maschinerie in Gang, die für jeden eigentlich selbstverständlich ist. Es ist bewundernswert, wenn schon die Jugend all das im großen Stil lernt, um sich bestens darauf vorzubereiten auch mal die leuchtende Einsatzkleidung der „Großen“ tragen zu dürfen.

Die Rettungswache Linsenhofen stellte ihre Funkantenne am DRK Magazin auf dem Katzengarten in den leider verregneten Himmel und empfing einen Einsatz nach dem anderen. Die große Schar an Jugendrotkreuzlern dieses Jahr verursachte einen Fahrzeugnotstand. 24 Jungs und Mädels brauchten einen einsatzsicheren Platz in einem Fahrzeug. Aufgeteilt in zwei Gruppen zu je 12 und 4 Einsatzfahrzeuge zu je 6 Helfern bildete des JRK, zusammen mit dem für reale Notfälle besetzten Notfall KTW des Katastrophenschutzes Baden- Württemberg eine lange Einsatzschlange. Soviel wie noch nie. Die beiden Einsatzgruppen agierten an verschiedenen Schadensereignissen und stellten ihr Wissen und Können unter Beweis. Unter den Helfern waren zum ersten Mal die jüngsten Mitglieder des JRK dabei, welche erst kürzlich den Vizemeister im Landesentscheid der JRK Bambinis einheimsten.

Unter uns weilten da noch zwei Undercover -im Hintergrund agierende- Drahtzieher. Zusammen mit ihrem kleinen Schminkmobil war das vom JRK gestellte Sckminkteam gefragter Dauerbrenner bei den meisten Einsätzen. Ob Verkehrsunfall, Wohnungsbrand oder andere Notfallsituationen, für jeden und jede Verletzte hatten sie das passende Equipment an Bord, um die Verletzungen so real wie möglich darzustellen.

Dann endlich der erste Einsatz des Tages. An der Gemeinschaftsschuppenanlage überrollte ein Kind mit dem Traktor den eigenen Vater, während Gruppe 2 in Neuffen eine vom Baum erschlagene Person fachgerecht versorgte. Kurz vor zwölf kam der Hilferuf von einer Baustelle in Kohlberg und wie es das Schicksal mit sich trägt kommt ein Unheil selten allein, Verkehrsunfall in Beuren. Weitere Notfälle folgten auch nach den Spaghetti mit Tomatensoße. Die sättigende Grundlage benötigten alle für die bevorstehende Hauptübung mit allen verfügbaren Einsatzkräften. Die Festhalle in Beuren brennt und 16 Verletzte sind Grund genug für das JRK einen Behandlungsplatz mit Zelt aufzubauen. Rasch und reibungslos erfolgte der Aufbau, die Erstversorgung und Betreuung der Verletzten bis hin zum simulierten Abtransport durch den Rettungsdienst in das Krankenhaus. Ein Sturz vom Pferd und insgesamt drei weitere kleine Brandstätten brachten Feuerwehr und JRK in Phasen ohne Pausen. Einzig die Nacht zwischen 23 und 6 Uhr blieb ruhig, bevor dann urplötzlich der „EINSATZ“ durch die Wachen hallte. In der Neuffener Steige verkeilte sich ein Baum mit einem Auto, der entgegenkommende Lenker übersah das Ganze und prallte frontal zusammen.

Szenarien, die kaum alle innerhalb von 24 Stunden geschehen, aber alle durchaus Geschichten aus dem Alltag einer Rettungskraft erzählen. All das ist nur möglich weil sich die Organisatoren mächtig ins Zeug legen, um die 24 Stunden als Rettungskraft, so real wie möglich erlebbar zu machen. Dafür ein riesiges Dankeschön an alle Organisatoren, Betreuer und natürlich auch die jugendlichen Teilnehmer, denn sie haben es verdient.

Heiner Wohlfahrt

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