Stammzellenspende von Robin

Robin Spengler während der Stammzell spende. Foto: Privat
Robin Spengler während der Stammzell spende.

Vor ca. einem Jahr habe ich mich bei einer Schulaktion für die DKMS als Stammzellenspender registriert, dazu wurde mit einem Wattestäbchen ein Wangenabstrich genommen. Im Labor der DKMS wurde dann die DNA meines Wattestäbchens untersucht, auf der die HLA-Merkmale (Humane-Leukozyten-Antigene) liegen. Diese Merkmale entscheiden ob Spender und Patient zusammenpassen. 

Im April wurde mir mitgeteilt, dass ich als potentieller Spender für einen Patienten in Frage komme. Dafür musste ich eine Blutprobe abgeben, die untersucht wurde, ob ich wirklich der „genetische Zwilling“ bin. Die Spende verschob sich dann aber kurzfristig, da der Patient zuerst eine Behandlung benötigte. Im November bekam ich dann Bescheid, dass der Patient bereit ist. Auf einem Fragebogen musste ich angeben, für welche Spendeart ich mich entscheide. Die Stammzellenspende kann über das Blut oder über das Knochenmark erfolgen. Ich entschied mich für die Spende über das Blut. Für mich folgten dann einige Untersuchungen, wie Ultraschall, EKG, Blutprobe und ein Untersuchungsgespräch mit einem Arzt. Außerdem wurden mir noch Details zum Verlauf der Spende erklärt.

Vor der Spende musste ich mich vom 23. bis 27.12.2016 täglich zweimal spritzen, damit sich die Stammzellen in meinem Körper vermehrten. Nebenwirkungen waren Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Grippesymptome. 

Am 27.12. war es dann so weit, in Begleitung von meinen Eltern und meiner Freundin sind wir schon früh morgens nach Tübingen in die Klinik gefahren, dort spendete ich in mit zwei weiteren Spendern meine Stammzellen. Dazu wurde mir aus einem Arm Blut entnommen. Das Blut lief durch eine große Maschine, in der meine Stammzellen herausgefiltert und in einem separaten Beutel gesammelt wurden. Den „Rest“ meines Blutes bekam ich wieder in meinen anderen Arm zurück. Damit das Blut in der Maschine nicht gerinnt, wurde Zitronensäure hinzugefügt. Durch die Zitronensäure bekommt man jedoch ein leichtes Kribbeln in den Fingern und an den Lippen, weshalb ich noch Calcium zu mir nehmen musste. Die komplette Spende dauerte ca. 4 Stunden, in dieser Zeit konnten ich und meine Freundin zusammen TV schauen oder Musik hören.

Einen Tag nach der Spende konnte ich bei der DKMS anrufen und mich erkundigen, in welches Land die Spende ging und wie alt der Empfänger ist. In meinem Fall ging die Spende in die USA, an einen 67-jährigen Mann.

Ich bin glücklich einem Menschen geholfen zu haben und hoffe, dass meine Stammzellen ihm helfen und ihm das Leben retten.

Es gibt weltweit ca. 7 Millionen registrierte Menschen und es wurden bereits schon 60.150 Spenden durchgeführt. Jedoch erhält jede 15 Minuten ein Patient in Deutschland die Diagnose Blutkrebs. Deshalb bitte ich euch, euch auch als Spender registrieren zu lassen. Infos zu Registrierungsaktionen findet ihr auf www.dkms.de.

Robin Spengler

 
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