Selbstbegauptung am 22. März 2014

Warm machen vor dem Training. Foto: Ines Baur
Warm machen vor dem Training.

Als es um Themenvorschläge für die Jahresplanung für das Jahr 2014 ging, war für die Mädels des JRK Holzmadens klar, dass es was sein soll was

1.    Spaß macht

2.    Interessant ist

3.    Man immer gebrauchen kann, nicht nur im Jugendrotkreuz

Schnell kam die Idee für einen Selbstbehauptungslehrgang. Selbstbehauptung ist laut Wikipedia die Fähigkeit, sich nach außen hin der eigenen Grenzen und Rechte bewusst zu sein und diese auch kommunizieren zu können.

Diesen Vorschlag fanden die anderen Gruppenleiter an der Jahrestagung auch gut und so konnte, nachdem Ines Siggi Schmidt von der Karateschule Frickenhausen  als Referent gewinnen konnte und die Turnhalle in Holzmaden als Austragungsort der Patenveranstaltung feststand, es am 22.03.14 losgehen.

14 Kinder standen zu Anfang etwas unsicher im Kreis und waren etwas erstaunt als Siggi und sein Helfer Jan meinten, dass man sich im Karate zu Anfang immer begrüßen würde. Als er den Teilnehmern zeigte wie dies gemacht wird, waren sie noch mehr überrascht, denn es wird nicht die Hand geschüttelt oder Hallo gesagt – nein es wird sich gegenüber aufgestellt und sich verbeugt. Diese Verbeugung zeigt, dass das Gegenüber geschätzt und respektiert wird.

Damit es zu keinen Verletzungen kam, zeigten die beiden verschiedene Aufwärmübungen wie z.B. den Hampelmann, was die Kids ganz schön ins Schwitzen brachte. Und als Siggi meinte, dass dieser schon eine Abwehrübung wäre, waren sie doch erstaunt dass so was Einfaches schon zur Selbstverteidigung gehört. Denn durch das umeinander Hampeln hat der Gegner es schwerer wenn er einen schlagen möchte. Die einfachste Form der Selbstbehauptung zeigte er sehr anschaulich, als er eines der teilnehmenden Mädels als seinen Gegner auserkor und ihr die Aufgabe gab, ihn zu schlagen. Als diese dann auf ihn zuging um seiner Aufforderung nachzukommen, rannte Siggi einfach weg. Er meinte, solange diese Möglichkeit besteht, sollte man dies tun. Wenn die Möglichkeit  nicht besteht und der Gegner auf einen zukommt, soll die Hand ausgestreckt und ein lautes klares NEIN erfolgen. Mit dieser eigentlich einfachen Übung hatten die Teilnehmer doch so ihre Probleme. Probiert es selber einmal aus, es ist gar nicht so einfach einer Person die man nicht so gut kennt gegenüber zu treten und ihr sehr selbstbewusst und deutlich ein lautes NEIN entgegen zu rufen, wenn diese euch zu nahe kommt.

Abwehrübung. Foto: Ines Baur
Abwehrübung.

Beim nächsten Schritt wurde gezeigt welche Abwehrübungen man anwenden kann, wenn der Gegner dich bereits an der Hand gepackt hat. Beherzt wurden auch diese Übungen aneinander ausprobiert. Da auch diese einfachen Übungen doch sehr schweißtreibend und kraftzehrend waren, konnten sich alle bei einem leckeren Brezelfrühstück stärken. Einer der teilnehmenden Jungs fragte Siggi, warum sie denn verschieden farbige Bändel um ihren Karateanzug hätten. Die Bändel, klärte Siggi auf, heißen Gürtel und die Farben zeigen den Rang an den der Karateka besitzt, das heißt wie gut er ist. Es wird dabei unterschieden zwischen Schüler (kyu) und Meister (dan).Die Reihenfolge der Gürtelfarbe ist genau festgelegt. Jan hat den braunen Gürtel – er ist noch ein Schüler und Siggi hat den schwarzen Gürtel im 2. Dan – er ist ein Meister.

Nachdem dies geklärt werden konnte, konnte es weitergehen. Da durch die Pause die Muskeln wieder ausgekühlt waren, wurden mit Dehnübungen und Liegestützen diese wieder gelockert und aufgewärmt. Das war sehr schweißtreibend. Danach konnte es an Schlag- und Grifftechniken gehen.

Viel zu schnell verging dieser Vormittag, und nachdem die Teilnehmer ihre anfängliche Scheu und Schüchternheit überwunden hatten, hätten sie noch viel länger Siggi und Jan gelauscht und Sachen ausprobiert. Denn Siggi zeigte durch seine Art auf lustige Weise und Anschauung, dass Selbstbehauptung, wenn man sich traut und weiß wie es geht, gar nicht so schwer ist und man sich auch als Kind gegen Erwachsene zur Wehr setzen kann. Was der ein oder andere am Nachmittag eindrucksvoll an den Papas ausgetestet hat. Mit lautem Applaus und einem kleinen Präsent für Jan und Siggi verabschiedeten sich die Teilnehmer, nachdem jeder eine Teilnahmeurkunde erhalten hatte, von ihren „Lehrmeistern“.

Die 3 Wünsche die das JRK Holzmaden an die Patenveranstaltung hatten wurden bei weitem übertroffen.

Michaela Böhm-Kling

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