Besichtigung Kläranlage am 27. Juni 2014

Klärbecken in der Kläranlage. Foto: Ines Baur
Klärbecken in der Kläranlage. Foto: Ines Baur

Am 27.06.2014 war es soweit: bestens gelaunt starteten wir mit insgesamt 16 Personen in Nürtingen bei der DRK-Geschäftsstelle. Unser Ziel war diese Mal die Kläranlage Fleinsbach in Filderstadt.

Dort wurden wir bereits von Herrn May, dem Klärwerksmeister, erwartet. Nach einem freundlichen „Hallo“ und einer kurzen Einweisung, wo wir unsere Ausflugsutensilienverstauen konnten, ging’s auch schon los. Wir versammelten uns um Herrn May. An der Wand seines Kontrollzentrums hing ein super großes Fließschema, auf dem alle Gebäude und Verbindungen der Kläranlage zu sehen waren und die mit vielen Kontrolllämpchenbestückt war. Herr May erklärte uns anhand der Tafel, was mit der Schei… und Co. so alles in seiner Kläranlage passiert. Er nannte uns die verschiedenen Klärstufen (mechanisch / chemisch), er zeigte uns seine 24-Stunden-Proben, das sind überdimensionale Glaszylinder anhand derer er beobachten kann, wie viel Sediment sich in 24 Stunden absetzt. Wir hörten, dass es abwassertechnisch Unterschiede gibt zwischen Deutschland und anderen Ländern, und wir lernten, dass Speisereste auf keinen Fall ins Klo gehören, weil uns sonst vielleicht irgendwann eine Ratte aus der Kloschüssel „Hallo“ sagt.

Es war richtig spannend zu hören, was so alles in einer Kläranlage ankommt. Immer wieder stellte uns Herr May Fragen, die es dann zu beantworten galt. So lauschten auch die Kleinsten seinen Ausführungen.

Nach diesem interessanten theoretischen Teil folgte ein Rundgang durch die Anlage. Also stiefelten wir alle im Gänsemarsch Herrn May hinterher. Zuerst schauten wir uns den Abwasserkanal an, der die Abwässer in die Anlage einbringt und – neben vielem anderem Zeugs – schwamm sogar eine Erdbeere gechillt an uns vorbei, mitten rein in die Kläranlage. Was danach folgte… hm, ich wage es kaum zu schreiben. Wir betraten das Gebäude, in welchem sich die Schei… und Co. zunächst mal ansammelt. Hier wurde mit Hilfe eines Förderbands das Abwasser von größeren Teilen getrennt. Herr May war völlig entspannt und meinte vor dem Betreten, unsere Nasen wären in spätestens 2 Minuten betäubt. Na also davon merkten wir alle nix und deshalb „hat es uns mächtig gestunken“! Aber wir waren alle sehr tapfer und haben durchgehalten. Na ja ich muss zugeben, wir hatten es alle plötzlich sehr eilig weiterzugehen.

Zum Schluss gab es lecker Pizza. Foto: Ines Baur
Zum Schluss gab es lecker Pizza. Foto: Ines Baur

Weiter ging‘s zu den einzelnen Becken. Auch die verschiedenen technischen Geräte wurden uns gezeigt und als wir hoch droben auf dem Faulturm die gigantische Aussicht bewunderten, zeigte uns Herr May noch ein Bild von seinen Klärwerks-Mitbewohnern: ein Turmfalkenpärchen hat ganz oben in dem Turm sein Nest gebaut.

Nachdem wir von dem höchsten Punkt der Kläranlage wieder herabgestiegen waren, durften wir diverse Bakterien unter dem Mikroskop beobachten und verschiedene Gewölle sezieren (Gewölle sind die Ausscheidungen der Turmfalken). Auch das war richtig spannend, fanden wir in den Gewöllen doch zahlreiche große und kleine Mäuseknochen. Zum Schluss durfte jeder von uns noch Radlader fahren. Das war richtig klasse!

Nach so viel Action hatten wir alle ziemlichen Hunger bekommen. Herr May versorgte uns reichlich mit Pizza und Äpfeln und wir ließen es uns alle schmecken. Allerdings haben wir in diesem Zusammenhang festgestellt, dass das Werkzeug in der Kläranlage wohl nicht durchweg das Beste ist: Die Fliegenklatsche hat den harten Aufprall auf den Tisch, der von Herrn May verursacht wurde, mit ihrem Leben bezahlt; ganz im Gegensatz zu der Fliege - die erfreut sich wahrscheinlich heute noch bester Gesundheit!

Nachdem wir uns von Herrn May verabschiedet hatten, fuhren wir alle ziemlich erschöpft zurück nach Nürtingen. Es war ein richtig schöner und interessanter Nachmittag. Herzlichen Dank nochmals an alle die mitgeholfen haben, diesen Nachmittag zu gestalten.

 

Sabine Moritz-Schmid

 

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