DRF Luftrettung vom 19. April 2017

DRF Werft. Foto: Felix Takacs
DRF Werft.

Am Mittwoch, den 19.04.17 machten sich 24 neugierige Personen incl. 10 Schulsanitätern samt Lehrerin in 3 Kindertransportbussen auf den Weg zum Baden Airpark in der Nähe von Baden-Baden. Unser Ziel war die Werft der DRFLuftrettung. Bis 2008 war die DRF Luftrettung unter dem Namen „Deutsche Rettungsflugwacht“ bekannt.

Als erstes wurden wir in einen großen Schulungsraum geführt, wo wir allgemeine Informationen über die DRF und Grundsätzliches über die Notfallrettung erfuhren. Aber auch warum ein Hubschrauber überhaupt fliegt (sorry, das war mir zu kompliziert…) und warum diese so wichtig sind.

Die DRF setzt an 29 Stationen in Deutschland und an 2 Stationen in Österreich über 50 Rettungshubschrauber ein. Rund um die Uhr sogar an 8 Standorten. Einige der Hubschrauber sind mit Seilwinden ausgerüstet, um z.B. in den Bergen Verletzte retten zu können. Die Hubschrauber werden aber auch für Intensivtransporte zwischen Kliniken verwendet, wenn der Weg mit dem normalen Rettungswagen zu lange dauert. Zusätzlich hat die DRF noch 2 Ambulanzflugzeuge zur weltweiten Rückholung von verletzten oder erkrankten Förderern. Pro Jahr leistet die DRF so über 38.000 Einsätze (das sind durchschnittlich 105 Einsätze pro Tag!). Alarmiert werden die Hubschrauber über die Notrufnummer 112. Der Disponent in der Leitstelle muss entscheiden, ob der Einsatz notwendig ist oder nicht.

Gruppenbild. Foto: Felix Takacs
Gruppenbild

Finanziert wird die DRF Luftrettung über 2 Säulen: Zum einen durch die Erstattung der Flugminutenpreise der Krankenkassen, zum anderen durch Spenden von Förderern, Spendern und Sponsoren. Diese 2. Säule ist notwendig, weil die DRF ein höheres Qualitätsniveau und eine optimale Versorgung bieten möchte und die Hubschrauber deshalb umfangreicher ausgestattet sind.

Nachdem wir diese und viele weitere theoretische Informationen bekommen hatten, machten wir uns auf den Weg in die Wartungshalle. Dort erwarteten uns 11 zum Teil ganz schön auseinandergebaute Hubschrauber. Die meisten waren vom Typ BK 117 oder EC 135. Egal welcher Typ oder wie alt - jeder Hubschrauber muss in regelmäßigen Intervallen, abhängig von den Flugstunden, der vergangenen Zeit oder der Anzahl an Starts und Landungen überprüft und gewartet werden. Dabei werden Teile oft vorsichtshalber ausgetauscht, auch wenn sie noch nicht unbedingt getauscht werden müssten. Aber die Sicherheit steht dabei an oberster Stelle. Ich persönlich fand sehr interessant, dass jedes einzelne Teil, das sich im Lager der Werft befindet (also auch jede Schraube) im System erfasst und vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle genehmigt werden muss. Wenn ein Hubschrauber zerlegt wird, werden die Einzelteile an der jeweiligen Station (DOCK) aufbewahrt, so dass jedes Teil wieder an den richtigen Hubschrauber kommt. Und wenn am Ende ein noch so winziges Teil fehlt – oder übrig ist – wird der gesamte Hubschrauber nochmal durchsucht bzw. zerlegt, bis es wieder aufgetaucht ist. Stellt euch vor was passiert, wenn ein loses Teil irgendwo in der Turbine liegt…

Es befanden sich aber auch (noch) nicht zerlegte Hubschrauber in der Halle, so dass wir einen Blick auf die vielen Knöpfe und Schalter im Cockpit, aber auch in den „Bauch“ und somit auf die medizinische Ausrüstung werfen konnten. Ich hatte mir den Innenraum irgendwie größer vorgestellt. Also Menschen mit Platzangst sollten da vielleicht lieber bewusstlos sein..

Es war ein sehr informativer und faszinierender Ausflug. Vielen Dank an Felix Takacs, der den Besuch organisiert hat. 

Wenn ihr nähere Informationen über die DRF möchtet oder die Arbeit unterstützen wollt, schaut am besten auf die Homepage www.drf-luftrettung.de. Dort findet ihr auch Informationen zu Veranstaltungen, wie z.B. einen „Tag der offenen Hangartüre“ bei dem ihr sicherlich auch einen Hubschrauber aus nächster Nähe betrachten und den Mitarbeitern Fragen stellen könnt.

Steffie Arnold

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