14. Bundeswettbewerb der Stufe III vom 16. – 18.9.2016

Ab durch den Regen. Foto: JRK Bayern
Ab durch den Regen.

Wir waren dabei!

Bayerisch vs. Schwäbisch. Ob das gut gehen kann? Wir ließen uns auf das Experiment ein und traten unsere Reise am Freitagabend mit unseren „Neidlinger“ Bussen nach Straubing an. Mit an Bord 9 hochmotivierte JRKler, 2 nervöse Gruppenleiter und 3 Fahrerinnen.

Über landschaftliche schöne Strecken waren wir nach 3 Stunden Fahrt endlich am Ziel. Auf dem Gelände des Johannes-Turmair-Gymnasiums wurden wir herzlich mit dem Solgan „Do bin i Dahoam" empfangen. Und schon war für die Neidlinger klar, das könnte hier zu einem echten Kommunikationsproblem werden.

Nach einer kurzen Nacht im Klassenzimmer, wir hatten das Zimmer direkt über dem Küchenzelt – mit 24 h Betrieb, gab es für uns ein leckeres Frühstück, wie es sich in Bayern gehört mit Weißwurst und Brezen.
Letzter San-Taschen-Check, kurz nochmal über die Bundstifter-Aktion und Inklusion gesprochen und dann ging es mit Regenschirm und Regenjacke bewaffnet los zur ersten Station.

Der Wettergott hatte mit den Organisatoren leider kein Mitleid. Den ganzen Tag schüttete es was nur ging. Die meisten Stationen in der Straubinger Innenstadt mussten in überdachte Innenhöfe oder in eine Schule verlegt werden.

Versorgung einer Bewußtlosen Person. Foto: JRK Bayern
Versorgung einer Bewußtlosen Person.

Mit unseren eigenen Bussen fuhren wir zu einem alten Schlachthofgebäude, welches heute als Theater genutzt wird. Hier spielten drei Gruppen gleichzeitig das Chaosspiel. In drei Räumen waren Nummern verteilt. Diese mussten gesucht und der Begriff auf der Rückseite der Nummernkärtchen dem Schiedsrichter genannt werden. Zu jedem genannten Begriff gab es Rotkreuz-Wissen-, Schätz- oder Rätselfragen. Nach einer Stunde suchen und raten ging es für uns wieder zurück an das Gymnasium. Sport & Spiel und Soziales wartete auf die Teilnehmer. Ob Rotkreuzbegriffe kneten oder Essensgerichte ländertypisch zu sortieren, die Aufgaben waren gut gemacht, aber hatten doch ihre Schwierigkeiten.
Die EH-Aufgaben hatten es in sich. Bei den Einzelaufgaben wurden 6 Mimen gestellt. Fremdkörperaspiration beim Säugling, offene Sprunggelenksfraktur, intravenöser Drogenmissbrauch (vermutlich Heroin), akuter Delir/Verwirrtheitszustand (Psychose) mit Hyperventilation, Bewusstlosigkeit mit Helmabnahme und ein stumpfes Bauchtrauma forderten unsere Jungs ganz schön. Da freuten sich schon alle auf die Gruppenaufgabe, um im Team die Aufgaben zu lösen. Doch da hatten wir falsch gedacht. Die Gruppenaufgabe entwickelte sich auch zur Einzelaufgabe. Die Aufgabenstellung lautetet wie folgt: Ihr seid mit eurer JRK Gruppe in Straubing unterwegs, als ihr plötzlich seht, wie ein Hund über die Straße läuft und ein Autofahrer (mit einem voll besetzten PKW) stark abbremst und dann auf einen Baum/Poller fährt. Betroffener 1: Reanimation mit AED; Betroffener 2: Fremdkörper im Oberschenkel mit Schock und Schürfwunden; Betroffener 3 bewusstlose Person mit bedrohlicher Blutung; Betroffener 4: Atemnot/Prellung; Betroffener 5: Amputation von Daumen und Zeigefinger.

Nach diesen überaus anspruchsvollen Aufgaben stärkten wir uns bei einem leckeren Mittagessen. Auch hier ließ sich der Bundesverband nicht lumpen. Knödel, Schnitzel, Chilli con carne, Schwammerl, Gemüsenudeln, Salat, Obst, Pudding, Joghurt, Früchtequark… Nach einer kurzen „Verdauerle“-Pause ging es mit dem Bus in die Straubinger Innenstadt.

JRK Neidlingen. Foto: JRK Bayern
JRK Neidlingen.

Da es immer noch regnete, wurde die Freizeitstation auf dem Markplatz abgebaut, so dass wir uns noch ganz entspannt in ein Café setzen konnten. Wir nutzten die Zeit, um unserem Scouts mal ein bissle schwäbisch bei zu bringen. Denn bei so manchen Gesprächen kamen sie einfach nicht mit.

Für die letzten nicht so beliebten Aufgaben Musisch-kulturell und Soziales motivierten wir uns trotz des Regens noch einmal. Im Straubinger Kino hieß es „Create your Film“. In 13 Minuten sollte die Gruppe einen Werbefilm für das JRK entwickeln. Beachtet werden sollte dabei, dass jeder in der Gruppe willkommen ist, also auch Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, jeden Alters, egal ob mit einer Behinderung oder nicht. Jeder soll sich angesprochen fühlen. Keine leichte Aufgabe, dennoch wurde diese Aufgabe von der Gruppe gut gelöst.

Im Innenhof des Straubinger Tagblatts mussten wir innerhalb 10 Minuten einen Zeitungsartikel zum Thema Vielfalt verfassen. Wir sollten dazu kurz und knackig die wichtigsten Aspekte zu Papier bringen. Wie begneten uns Unterschiedlichkeit im Alltag? Wie können wir die Unterschiedlichkeit und die Hintergründe von Menschen und ihren Fähigkeiten bewusster wahrzunehmen. Nach dieser Aufgabe atmeten alle auf, das Schwerste war geschafft.

Zum Schluss war noch mal richtiges Handeln angesagt. Eigentlich war es eine Sport und Spiel Station. Doch zufällig kam aus der Bank eine ziemlich verwirrte und aufgelöste Jugendliche auf die Gruppe zu. Die Gruppe sollte dies erkennen und die betroffenen Person betreuen. Mit Bravour wurde auch diese Aufgabe gelöst.

Nach einem anstrengenden Tag kamen wir pitschnass ans Schulgelände zurück. Schnell unter die lauwarme Dusche und trockene Kleidung anziehen. Dann ging es für uns in den extra angemieteten Biergarten. Da es immer noch regnete, wurde die Abendveranstaltung in den Festsaal der Gaststätte verlegt. Die Band Huckleberry Finn machte richtig Stimmung und auch das reichhaltige Büffet ließ keine Wünsche offen.

Nach dem leckeren Essen gab es ein Grußwort der stellv. JRK-Bundesleiterin Uli Bertrams, danach die lang ersehnte Siegerehrung. 179 Teilnehmer aus 17 Landesverbänden waren gespannt darauf, wer die Siegertrophäe mit nach Hause nimmt. Die Neidlinger erreichten einen sehr  guten 11. Platz. Die Sieger kommen aus dem LV Rheinland-Pfalz, KV Cochem-Zell, JRK Klotten. Der 2. Platz ging an den LV Bayerisches Rotes Kreuz, KV Fürth und den dritten Platz belegte die JRK Gruppe aus dem KV Tecklenburger Land, des LV Westfalen-Lippe.

Nach der Siegerehrung wurde noch ausgelassen gefeiert. Egal ob 1. oder 11 Platz, bis wir um 1 Uhr dann müde ins unsere Schlafsäcke krabbelten. Nach einem guten Frühstück am Sonntagmorgen traten wir die Rückreise an. Müde und platt von den Tagen davor wollte keiner mehr auf dem Münchner Oktoberfest einen Abstecher machen, da es immer noch regnete. Ziel war die heiße Dusche zu Hause und das gemütliche Sofa.

Schön war’s alle mal. Wir hatten unseren Spaß und mit dem Ergebnis sind wir mehr als zufrieden. Eigentlich gilt ja: Dabei sein ist alles!

Sabrina Hitzer

 
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